DenkerundDichter — 20.09.12, 20:44:04

Verbleibmeinnicht

Zyklus Verbleibmeinnicht von Tim Schneider:

Verbleimeinnicht III (2012)
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Fruchtlos ist die Kunst
Wie der Boden der Überreste
Glorreicher Zukunft
Und dekadenter Rednerfeste

Belehrender Ton
Und arrogant ist die Selbstkritik
Schlechter Wortwitz schont
Sich selbst und bleibt weiter selbstverliebt

Mag nicht mehr mögen
Viel mehr mag ich die Trümmer häufen
Wie das Vermögen
Die Bank sowie mich selbst zu täuschen

So predige Wein
Und trinke heimlich weiter Wasser
Es ist doch zum Schein
Heilend ist nur die Lüge, Vater


Verbleimeinnicht II (2012)
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Mama brachte mich weg
Die Angst fiel ihr vom Dach
Sie hat mich gut versteckt
Im Keller war noch Platz

Still waren uns die Straßen
Wer bleiben konnte, ging
Das Zeugnis der Paraden
Das uns den Glauben fing

Messer, Schere und Licht
Sind für große Kinder
Und Ehre, Kampf und Pflicht
Sind für schwere Winter

Der Keller war umstellt
Die Wände blieben stumm
Träum weiter, liebe Welt
Mama brachte mich um


Verbleimeinnicht I (2012)
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Die Zeit probt den Grabenkampf
Unter meinen Augen
Das Dunkel verschlingt den Schatten
Den wir uns geliehen hatten

Die Tage vergessener Träume
Die in schlechten Hütten hausten
Wurden sonnenhungrig Bäume
Die dem Tau entgegenlaufen

Es lebt in vergessenem Land
Hinter euren Lauben
Der Tod in großen Fässern
Der Tod in den Gewässern

Verbleimeinnicht, die Wolke
Schmeckt bitter wie das Ende
Vertreib mich nicht, ich folge
Die Blüte zeigt die Grenze

Sprecherin: Anika

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